Aktive Zuchthilfe? Was ist damit gemeint?
- Angela Hartmann
- 2. Apr. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Feb.
Aktive Zuchthilfe durch Co-Ownerschaft in unserer Weimaraner-Zucht
Sicherlich haben Sie beim Stöbern auf meiner Homepage bereits gelesen, dass wir für bestimmte Welpen besondere Familien suchen, die uns im Rahmen einer Co-Ownerschaft bei einem späteren, festgelegten und zeitlich limitierten Einsatz in unserer Zucht unterstützen.
Dabei stellt sich verständlicherweise schnell die Frage, warum wir an dieser Form der aktiven Zuchthilfe interessiert sind. Genau das möchte ich in diesem Blogbeitrag etwas ausführlicher erklären.
Warum wir uns für eine Co-Ownerschaft entschieden haben
Der Hauptgrund für dieses Zuchtmodell ist, dass wir unser eigenes Rudel bewusst nicht zu groß werden lassen möchten, gleichzeitig aber weiterhin konsequent mit unseren eigenen Linien arbeiten wollen. Genau diese gezielte Linienarbeit macht eine verantwortungsvolle und nachhaltige Hundezucht aus.
Der Rüde soll ganz normal in seiner Familie aufwachsen, dort sozial integriert sein und ein stressfreies Alltagsleben führen. Durch seinen späteren, geplanten Einsatz kann er unsere Zucht bereichern, ohne dauerhaft Teil des Züchterrudels zu sein.
Ziel der Co-Ownerschaft ist es, jedem einzelnen Hund ein möglichst ruhiges und artgerechtes Leben fernab eines großen Züchterrudels zu ermöglichen und gleichzeitig den Genpool beim Weimaraner möglichst breit und gesund zu halten.
Warum aktive Zuchthilfe so wichtig ist
Unsere Zucht verfolgt das Ziel, die bestmöglichen Elterntiere einzusetzen, genetisch breit aufgestellt zu bleiben und dennoch mit eigenen Linien zu arbeiten. Für uns als Züchter ist es besonders wichtig, über eine Linie hinweg einen großen Erfahrungsschatz aufzubauen, diese gezielt zu verfeinern oder – im negativen Fall – auch bewusst zu verwerfen.
Aus diesem Grund sind wir auf aktive Mithilfe in Form von Erfahrungsaustausch mit den Familien angewiesen.
Die Co-Ownerschaft (Miteigentümerschaft) an einem Welpen ermöglicht es uns, die weitere Entwicklung des Hundes intensiv zu begleiten. Das Tier kann röntgologisch, klinisch und genetisch untersucht werden, ohne dauerhaft in unserem Rudel zu leben.
Vorteile für Hund und Familie
Der Welpe wächst liebevoll in seiner Familie auf, erlebt keinen Zucht- oder Rudelstress und wird gleichzeitig zu einer genetischen Festigung und Erweiterung unserer Zucht beitragen.
Wichtig ist uns dabei, dass beide Partner genau wissen, was auf sie zukommt, und sich die Familien bewusst und langfristig mit der Idee der Co-Ownerschaft anfreunden können.
Die vier verpflichtenden Termine für den Rüden
Im Rahmen der Co-Ownerschaft muss der Rüde verbindlich folgende Termine wahrnehmen:
Tierärztliche UntersuchungRöntgologische Untersuchung sowie Blutentnahme für genetische Tests. Zusätzlich werden Gebiss und Allgemeinzustand überprüft. Die Ergebnisse liegen in der Regel nach ca. vier Wochen vor. Die Familie wird selbstverständlich informiert, die Dokumente verbleiben bei uns.
Fotoshooting bei einer Tierfotografin
Die Familie vereinbart einen Termin bei einer Tierfotografin unserer Wahl. Die Kosten übernehmen wir vollständig. Die entstandenen Bilder sind eine schöne Erinnerung und schmücken oft auch das Wohnzimmer.
Natursprung oder Natürsprünge in unserer Zucht
Der Zeitpunkt wird anhand der Läufigkeit der ausgewählten Hündin bestimmt. In der Regel trifft man sich zwischen dem 11. und 14. Tag der Läufigkeit. Je nach Deckverhalten kann oder soll der Rüde 2–3 Tage bei uns verbleiben.
Termin in der Reproduktionsklinik
Ein einmaliger Termin zur Erstellung eines Spermiogramms sowie zur Konservierung von Samen für unsere Samenbank.
Nach Erfüllung dieser vier Vereinbarungen geht die vollständige Eigentümerschaft auf die Familie über. Der Hund lebt anschließend dauerhaft bei seiner Familie, fernab von jeglichem Zuchtstress.
Warum wir Co-Ownerschaft nur für bestimmte Welpen anbieten
Für die langfristige Zuchtplanung wäre es nicht sinnvoll, mehrere Rüden aus derselben Linie in eine Co-Ownerschaft aufzunehmen. Auch wenn jeder Rüde individuell ist, wäre die genetische Verwandtschaft zu hoch, um den Genpool ausreichend breit zu halten.
Aus diesem Grund bieten wir die Co-Ownerschaft gezielt nur für Rüden aus bestimmten Verpaarungen an
Co-Ownerschaft bei ausgewählten Hündinnen – eine bewusste Ausnahme
Grundsätzlich bieten wir die Co-Ownerschaft in unserer Zucht überwiegend für Rüden an, da dieses Modell für alle Beteiligten – insbesondere für den Hund – mit deutlich weniger Stress verbunden ist.
In ausgewählten und sehr sorgfältig geprüften Fällen bieten wir dieses Modell jedoch auch für bestimmte Hündinnen an. Voraussetzung dafür ist, dass alle Rahmenbedingungen optimal passen, die Familie umfassend informiert ist und sowohl wir als auch die zukünftigen Besitzer vollständig hinter diesem gemeinsamen Weg stehen.
Auch bei einer Co-Ownerschaft mit einer Hündin steht für uns immer das Wohl des Hundes an erster Stelle. Entscheidungen werden individuell, verantwortungsvoll und mit Blick auf Gesundheit, Stressminimierung und langfristige Zuchtziele getroffen. Diese Form der Zusammenarbeit ist daher die absolute Ausnahme und an klare Vereinbarungen gebunden.
mit freundlichen Grüßen
Angela Hartmann



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