Blickkontakt - der erste Schritt zur Kommunikation


Als Züchterin werde ich immer sehr oft gefragt wie man in der Erziehung starten soll und was für einen Welpen wichtig ist.
Jede gute Kommunikation beginnt mit Aufmerksamkeit, Ansprechbarkeit und Blickkontakt.
Wie kann ich das bei einem Hund erreichen? Warum vermeidet mein Welpe den Blickkontakt?
Hierzu muss man Wissen, dass Hunde untereinander sich anschauen, anstarren wenn es kurz vorm knallen ist. Denn einer wird sich dann immer abwenden oder es kommt zu einer Konfrontation.
Das euer Hund zur Beschwichtigung den Blickkontakt abbrechen möchte bedeutet nicht, dass er unaufmerksam ist, sondern das er die Situation aus Hundesicht entschärfen möchte.
Deshalb müssen wir unserem Welpen/Hund beibringen, dass sich in die Augen schauen keine Bedrohung oder kräfte messen ist.
Was benötige ich um den Blickkontakt aufzubauen?
hier empfehle ich einen Klicker, weil bei dieser Übung geht es um Timming
Leckerlis zur Belohung, aber so mundgerecht, dass sie nicht ewig gekaut werden müssen, sondern gut in der Portion sind.
Grundsetzliche Empfehlung
Wir empfehlen immer, dass man wenn der Welpe oder Hund den Kontakt zu euch sucht, nach euch schaut oder den Blickkontakt hält zu belohnen, durch eine nette Ansprache, streicheln oder eine Leckerei.
Aufbau der Übung:
Wählt einen Ort wo es wenig Reize von außen gibt, habt in der einen Hand einen klicker und in der anderen ein Leckerchen. Setzt euch auf einen Stuhl, ruft euren Welpen/Hund wenn er kommt nette Ansprache wenn er euch ansieht klicken und direkt das Leckerchen geben, damit wir ihn konditionieren, dass wenn er uns anschaut es eine Belohung gibt.
Optional kann man ein "Schau" einbauen um den Hund später in reizempfänglichen Situationen heraus zu holen für eine Kommunikation. Nach vielen Wiederholungen verlängert ihr das anschauen bevor es eine Belohnung gibt. Funktioniert das im sitzen, dann macht diese Übung im stehen.
Denn wenn ihr steht werdet ihr euch zwangsläufig nach vorne auf den Hund zu beugen, um diesen seine Belohnung zu geben, und das empfinden viele Hunde als Körperliche Begrenzung, dass sie den Raum frei machen sollen. Bedeutet wenn euer Hund zurück weicht, dann ist das in der Situation ein normales verhalten, lockt ihn zu euch und beginnt die Übung erneut. Wenn ihr merkt, dass er durch das stehen noch verunsichert ist, dann geht wieder einen Schritt zurück und setzt euch hin.
Bei jeder Trainingseinheit müsst ihr nach eurem Hund schauen, ihn lesen und das Training seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten anpassen.
Vorteil dieser Übung:
Sollte z.b eurer Hund von einem anderen Hund angestarrt werden beim Gassi gehen, dann könnt ihr ihm sofort aus der Situation mit einem Schau herausholen und durch euren Fuß nach vorne zu stellen den Blickkontakt abbrechen. Euer Hund entspannt und lernt, dass ihr unangenehme Situationen für ihn regelt.
Dieses System kann man dann auf alles beliebige ausweiten wo es sinnvoll wäre.
Fazit:
Eine kleine Übung mit einer großen Wirkung und optimal für einen engen Bindungsaufbau.



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