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Hygiene-Management in der Hundezucht

Autorenbild: Angela Hartmann
Angela Hartmann
3. Okt.
5 Min. Lesezeit

Was muss/kann oder sollte ich in meinem Hygiene-Plan beachten? Welche Mittel kann man in einer Tierzucht empfehlen? Warum sollte jeder Züchter sich genaue Gedanken um die Hygienischen Standarts in seiner Zuchtstätte machen? Übertrieben oder notwendig?


In diesem Artikel werde ich meinen persönlichen Hygiene-Plan veröffentlichen und über meine persönlichen Erfahrungen sprechen und über bestimmte Möglichkeiten und deren Problematik sprechen.



Was ist ein Hygiene-Plan?


Jeder der mit Tieren in gefährdeten, sensiblen Bereichen oder infektiösen Bereichen arbeitet muss sich einen hygienischen Plan erstellen und im Betrieb aushängen und seine Mitarbeiter dahin gehend schulen.Der Plan ist ein erstellter, schriftlicher Plan für Abläufe, Zuständigkeiten, Desinfektionsmaßnahmen und Schutzkleidung in unterschiedlichen Situationen.

Der Hygiene-Plan hilft zur prävention von Erkrankungen und mildert Infektionsrisiken ab.


  • Hände- und Personalhygiene: Regelmäßiges, korrektes Händewaschen und -desinfizieren sowie das Tragen geeigneter Schutzkleidung.

  • Flächenreinigung und -desinfektion: Definierte Intervalle und Mittel zur Keimreduktion auf Oberflächen und Instrumenten.

  • Medizinprodukte-Aufbereitung: Sichere Sterilisation und Aufbereitung von Instrumenten (Alles was unter der Geburt verwendet wird und erneut eingesetzt werden soll) Alternativ sterile Sachen einmalig verwenden.

  • Schulung und Dokumentation: Regelmäßige Unterweisung der Mitarbeitenden und lückenlose Protokollierung aller Hygienemaßnahmen

  • Hygiene-Maßnahmen bei der Futterzubereitung

  • Intensiv-Bereich Wurfbox, Aufzuchtsraum und Quarantäne-Zimmer

  • Präventive Behandlung in Form von Impfen, Entwurmen und Behandeln gegen Ektoparasiten.


Welche Risiken gibt es in einer Hundezucht?


Es gibt bei unseren Hunden einige Erkrankungen die auch einen Menschen infizieren können, dies nennt man dann eine Gefahr der Zoonose.

In einer Hundezucht muss der Bestand vor Infektionen geschützt werden und vorallem die Welpen in einer Zucht benötigen einen bsonderen Schutz vor Parasiten, Keimen und Viren, weil das Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Auch kranke, alte Hunde benötigen einen besonderen Schutz, da auch hier das Immunsystem nicht so kräftig ist.


Was ist eine Zoonose?


Eine Zoonose ist eine Infektionskrankheit, die auf natürlichem Weg zwischen Tieren und Menschen übertragen werden kann. 

Häufige Zoonosen beim Hund

  • Würmer (Spul- und Bandwürmer): Der Hundespulwurm kann durch Kotkontakt aufgenommen werden und beim Menschen als Fehlwirt Organschäden verursachen. Bandwürmer wie der Fuchs- oder Hundebandwurm befallen im schlimmsten Fall innere Organe. 

  • Giardien : Einzeller die über die Schleimhäute aufgenommen werden.

  • Leptospirose: Diese Bakterien werden über den Urin infizierter Hunde ausgeschieden und können über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute auf den Menschen übergehen. 

  • Hunderäude (Sarcoptes-Milben): Die hochansteckenden Milben lösen bei Hautkontakt starken Juckreiz und Hautentzündungen aus. 

  • Tollwut: Eine tödliche Virusinfektion, die meist durch Bisse übertragen wird; Deutschland gilt jedoch seit Jahren als tollwutfrei. 

  • Zecken- und Flohübertragene Erreger: Borreliose, FSME oder durch Flöhe übertragene Bartonellen sind ebenfalls möglich.


Welche Mittel können wir in der Hundezucht empfehlen?


Wir verwenden als Flächendesinfektion 1x die Woche für den Bestand ViPiBaX Giardien Ex und täglich bei der Reinigung unserer Wurfbox und im Wurfzimmer.

Dieses Mittel ist zur Zeit eines der Besten Mittel um eine gute abtötung von Keimen, Viren, Pilzen, Einzellern und Würmer zu erzielen. Bei diesem Mittel bitte nur mit Schutzkleidung Handschuhe und die Atemwege schützen.


Dadurch das wir uns für dieses Mittel entschieden haben können wir den Infektionsdruck sehr gering halten und bemerken das deutlich im Bestand und bei den Welpen. An dieses Mittel kommen andere Desinfektionsmittel nur schwer dran. Außerdem ist dieses Mittel für den Tierbereich genehmigt.


Darüber hinaus verwenden wir Hände desinfektion für uns selber, für Besucher und die Nutzung richtet sich immer nach der aktuellen Situation an. Aber ihr sollten bei jedem Welpenbesuch die Hände desinfizieren lassen und eure Besucher bitten die Schuhe auszuziehen oder überzieher anzuziehen. Warum? Besucher können unbewusst Viren, Keime, Bakterien, Würmer und Einzeller unter ihren Schuhen haben ohne das Sie es bemerken. Deshalb ist ein Hygiene-Plan für den Welpenbesuch für Fremde sehr wichtig, weil dort auch die Bakterienbelastung anders ist als von euch. Eure Tiere sind aufgrund der Nähe zu euch immun gegen eure normalen Keime, aber nicht gegenüber fremden. Der Schutz gegen euch selber und eure Umgebung geht über die Muttermilch in die Welpen.

Deshalb soll die Hündin auch mind. 14 Tage vor Niederkunft bereits dort schlafen wo die Wurfbox ist und wo sie ihre Welpen zur Welt bringt.


Darüber hinaus empfehlen wir normale Wischmittel aus der Industrie, weil sie einfach deutlich besser reinigen, als die Sachen aus dem Supermarkt. Eine Dampfmaschine, Dampfsauger können unterstützend eingesetzt werden. Denn über den heißen Wasserkampf erreichen wir auch eine desinfizierende Wirkung.


Wäsche die in eurer Zucht anfällt sollte unbedingt in einer seperaten Waschmaschine auf 60-90Grad mit einem Industriehygienewaschmittel gereinigt werden. Damit ggf. infektiöse Kotreste etc. abgetötet werden.


Staubsauger sollte man auch einen seperaten Verwenden und mit einem Staubschutzbeutel um mögliche Keime nicht über die Luft zu verteilen.


Wir haben bis jetzt noch nie Berühungspunkte mit einem Ozongerät gehabt und können hierzu keine Informationen bereitstellen.



Wie wichtig ist Hygiene?


Sehr wichtig, weil sie einen gewissen Schutz für eine komplikationslose Zucht gewährleistet und Hundezucht besteht zu 70% nur aus Hygiene. Ja, es ist nicht nur Hundewelpen kuscheln, sondern viel Hygiene und Pflege.


  • Hygiene ist präventiv gegenüber Erkrankungen und Infektionen jeder Art

  • Hygiene schützt euch selber vor Zoonosen


Im Welpenbereich - Zeitungen, Einstreu oder Stroh?


Alles oben genannte bietet sich aus hygienischen Gründen nicht an. Zeitungen haben viel Druckertinte die für Welpen giftig werden können. Einstreu und Stroh ist der Nährboden für Keime und vorallem Milben. Sie reizen die Augen der Welpen.


Was gibt es für Alternativen? Wir empfehlen waschbare Inkontinenzmatten, sie lassen sich sehr gut reinigen, saugen gut auf und sind eine Hygienische Lösung. Dazu sehr umweltschonend, weil wir sie mehrfach verwenden können. Zusätzlich sind sie für Welpen rutschhemmung. Die einmal Inkontinenzlagen werden oft als Spielzeug mit Konfetti Effekt verwendet ;). Handtücher würde ich auch nicht wählen, weil wir dann den Welpen beibringen, dass Sie sich z.B auf Kleidung die auf den Boden liegen erleichern sollen.

Teppiche sind eine Keimschleuder, aber einige Züchter nutzen diese. Aber weder kann man sie richtig reinigen noch sind sie für den Hund hygienisch. Die werden dann einfach nach der Welpenzeit entsorgt. So sollte eine professionelle Aufzucht nicht aussehen.


Es macht Sinn die Welpen so schnell wie Möglich daran zu gewöhnen sich im Garten auf der Wiese zu erleichtern. Natürlich - hygienisch und die Welpenfamilien wird es freuen.


Mitarbeiter im Betrieb


Eure Mitarbeiter sollten Arbeitskleidung haben und vorallem Arbeitsschuhe wegen fremder Umweltkeime und um eure Mitarbeiter vor Zoonosen schützen zu können. Ihr müsst eure Mitarbeiter aufklären und schulen. Wo ist der Hygieneplan? Wann wird welches Schema und welches Mittel angewendet? Umgang bei Infektiöser Umgebung oder infizierten Tieren.


Sollten Besucher bei einem Besuch überall Zugang haben?


Nein, weil das Risiko nicht kalkulierbar ist und das Risiko alleine beim Betreiber liegt. Deshalb wir können verstehen, dass man gerne alles sehen möchte, aber man kann nicht einfach in hygienische Bereiche hereinlaufen. Wir können uns ja auch nicht einen OP-Saal ansehen.

Aber bei uns in der Zucht hat man die Möglichkeit alles über ein Kamerasystem anschauen zu können, aber aufgrund der Risiken kann nicht alles Betreten werden.


Beispiel : Ein Besucher bringt euch unwissentlich einen Zwingerhusten in den Betrieb, dann werden vermutlich alle Tiere daran erkranken, weil es wie bei uns Menschen eine Grippe ist und hochansteckend.


  • Bestand erkrankt

  • hohe Kosten aufgrund der Behandlung

  • Quarantäne für alle Tiere wegen Seuchenschutz


Das ist ein harmloses Beispiel, aber je nach dem was mitgebracht werden kann kann es für einen Welpen sehr unschön werden. Besucher könnten auch von einem anderen Zuchtbetrieb unwissend Pavovirose einschleppen und das kann für junge Welpen schnell tödlich enden. Deshalb habt ein Hygiene-Konzept und auch Schutzräumlichkeiten für eure Hunde.


Ist das nicht zu übertrieben?


Unsere Hunde sind uns das Liebste und wenn man sich mit der Fachliteratur, Vorgaben vom Veterinäramt und pesönliche Erfahrungen sammelt halte ich ein gutes Hygiene-Konzept für sinnvoll und trotzdem dürfen die Welpen und unsere Hunde auch im Dreck spielen. Prävention ist das Zauberwort für die Fürsorge seinen Hunden und Welpen gegenüber. Unser Betrieb Royal Diamonds hat auch die Zulassung im Bereich Tierpfleger/in auszubilden und deshalb sind wir mit diesen Themen sehr vertraut und stellen leider oft fest, dass Züchter sich damit zu wenig auseinandersetzen und die Risiken nicht bekannt sind.











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Impressum

Royal Diamonds GmbH

Am Rennplatz 7

Nettetal

02157 3028979

USt-IdNr.: DE352914900

Handelsregister HRB 19116 Amtsgericht Krefeld

Steuernummer 115/5736/1016

info@royal-diamonds-hundebedarf.de 

Besuchszeiten


Sonntag/Feiertage ist Familien- und Hundetag, hier haben wir frei.

Samstags sind unsere Bindungstermine zwischen den Welpen & unseren Familien.

Beratungen bieten wir gerne telefonisch an oder können einen Termin in der Woche vormittags anbieten.

Nur nach Terminvereinbarung!

Tierarzt

Unsere Zucht wird von

 

Herrn Dr. Schwarz aus Dormagen betreut.

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Tierklinik Anicura Bökelberg in Mönchengladbach

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Reproduktionsklinik

Dr. Blendinger im Hofheim am Taunus

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