Parasitenbehandlung in der Hundezucht

Jeder kennt die kleinen Biester, ob es Ektoparasiten oder Endoparasiten sind. Aber nach welchem Schema soll man die Tiere behandeln? Präventiv? Kotproben - Nutzen und Risiken? Mischform?
Grundsätzlich empfehlen wir jedem Mehrhundehaushalt, Pension oder Hundezucht ein festes Entwurmungsschema zu haben und zusätzlich gegen Parasiten zu behandeln.
Was sind Ektoparasiten?
Das sind alle Parasiten die auf dem Hund leben z.B Milben, Flöhe, Zecken
Was sind Endoparasiten?
Das sind alle Parasiten die im Hund leben z.B Einzeller, Spulwürmer, Herz- oder Augenwürmer etc.
Behandlung für unseren Bestand, also die Zuchttiere.
Für die Behandlung von Ektoparasiten gibt es mehrere Möglichkeiten. Hier werde ich nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten. Wir nutzen für unseren Bestand alle 3 Monate die Kautablette von Bravecto, dadurch sind unsere Hunde gegen Flöhe, Zecken und Milben.
Wir nutzen dieses Präparat seit 2014 und haben hier keine Nebenwirkungen feststellen können.
Gerade Bravecto hat eine Studie die auf die 10fache Dosierung getestet wurde und bei tragenden und laktierenden Hündinnen. Das hat uns überzeugt und wir haben es in unserer Prävention fest integriert.
Denn wenn der Bestand gegen Ektoparsiten geschützt ist ist das Risiko, dass ein Befall bei Welpen entsteht nahezu unmöglich, außer es kommt ein Igel im Garten vorbei. Denn die süßen Igel sind leider oft der reinste Flohzirkus.
Bravecto ist zwar ab der 8 Lebenswoche und ab 2kg zugelassen, aber wir verwenden es erst ab 6 Monaten, weil bis dahin unsere Welpen zu schnell wachsen und ich keine Über- oder Unterdosierung eingehen möchte.
Was für Möglichkeiten habe ich meinen Wurf bzw die Welpen zu schützen?
Hier empfehlen wir die Welpen präventiv mit der 6. Lebenwoche mit dem Shampoo von
Canina zu waschen. Es schützt somit die Welpen im Garten und bei Ausflügen. Zusätzlich waschen wir unsere Welpen einmal bei Auszug und geben danach ein Spot On Mittel von Imoxat zur Absicherung und unsere Familien können bei der zweiten Impfung eine weitere Floh- und Milbenbehandlung besprechen.
Wichtig, an dieser Stelle ist zu sagen, dass Parasiten zu unserem Leben dazu gehören und wir für uns ein System finden müssen wie wir diese minimieren, prüfen oder vermeiden.
Wer eine behördliche Zucht oder Pension hat muss einen Hygiene-Plan vorlegen können.
Hier könnt ihr unsere Empfehlung zum Hygieneplan lesen und was dieser Plan überhaupt ist. Aber wir haben einmal die Umgebung die wir regelmäßig, präventiv behandeln und an unseren Zuchttieren und ggf. Welpen selber. Wir müssen den Schutz ganzheitlich sehen und beide Schwerpunkte greifen ineinander.
Für die Behandlung von Endoparasiten
Hier ist es am sinnvollsten wenn man eine Mischform aus präventiver Behandlung und Sammelkotproben arbeitet.
Warum sind nicht nur Kotproben ausreichend? Weil es sein kann, dass Parasiten und Parasiteneier nicht in jedem Stuhl ausgeschieden werden und es Parasitenarten gibt die man über den Kot nicht sehen kann. z.B Lungenwürmer, Augenwürmer und Co.
Aber es ist ein sehr gutes Hilfsmittel für eine Prüfung. Denn wir alle wissen, dass nicht jedes Entwrumungsmittel gegen alle Parasiten hilft und nicht alles abdeckt.
Zusätzlich müssen wir berücksichtigen, dass wir wechselnde Mittel verwenden sollten um aktiv gegen eine Resestenz zu arbeiten.
Wo kann man am besten eine Kotprobe einschicken? Wir arbeiten hier mit der Parasitologie Leipzig zusammen und sehr zufrieden mit der schnellen Bearbeitung. Hier können auch Privatkunden ihre Kotproben einsenden.
Hier verwenden wir immer die Untersuchung auf
Parasitologische Untersuchung - komb. Sedimentations- und Flotationsverfahren
(Standardverfahren zum Nachweis von Wurmeiern und Kokzidien)
Kombitest Giardien und Kryptosporidien (Schnelltest)
Wichtigste Wirkstoffe im Überblick - was haben wir für Möglichkeiten und wofür ist welcher Wirkstoff am besten geeignet?

Achtung! Bitte lasst euch von eurem Tierarzt individuell beraten welche Wirkstoffgruppe und welches Entwurmungschema er empfielt.
Welche Mittel verwenden wir im Bestand?
Barvecto
Imoxat
Panacur
Drontal Plus
Milbemax
Damit decken wir alle möglichen Optionen ab und unsere Kotproben runden unser Konzept ab.
Wie wird eine tragende, säugende Hündin entwurmt?
Wir lassen unsere Hündin vor der Deckung entwurmen, überprüfen den Impfstatus und behandeln sie mit Barvecto gegen Flöhe & Zecken.
Hier nehmen wir das Mittel was in der Folge des Bestandes dran ist.
Tragende und säugende Hündinnen dürfen nicht mit allen Mittel behandelt werden. Tragende Hündinnen sollte man erst ab dem 56 Tag, aber besser ab dem Tag 58 entwurmen.
Man muss an dieser Stelle wissen, dass z.B Spulwurmeier verkapselt im Gesäuge sein können und erst durch die Wärme (Milchbildung) aktiv werden. Diesen Befall können wir in einer Kotprobe nicht feststellen! Deshalb ist auch die Entwurmung einer tragenden Hündin sehr wichtig.

Welpen-Schema bei Royal Diamonds
Hier greift die 2-2-2 Regel und dies ist wie folgt:
2 Woche - Fluebnol
4 Woche - Flubenol
6 Woche - Drontal
8 Woche - Panacur + Imoxat
10 Woche - Panacur
12 Woche - Drontal + Imoxat
und dann kann man je nach Verhalten des Welpen auf alle 3 Monate umstellen. Welpen sind durch noch nicht ausgereiftes Immunsystem besondern anfällig und benötigen einen besonderen Schutz vor Parasiten.
Bei Welpen ist nicht mit einer Parasitenfreiheit zu rechnen.
Auch adulte Hunde sollten mind. alle 3 Monate untersucht und/oder behandelt werden. Bestandstiere, Mutterhündin müssen im gleichen Abstand entwurmt werden wenn Kontakt zu den Welpen besteht.
Schema meiner Bestandstiere
alle 3 Monate Bravecto
2x Jahr Imoxat
alle 2 Monate Panacur oder Drontal Plus oder Milbemax im Wechsel.
Zusätzliche Prüfung über Sammelkotproben
Zusätzlich:
Deckung, Trächtigkeit und Welpenaufzucht kommt gesondert dazu und wird im Schema angepasst.
Alternativen zur Chemiekeule?
Ja, man kann durch Kräuterbutter das Darmmileu für die Parasiten unangenehm machen, aber es ist nicht so effektiv und wirkungsvoll wie die Chemie. Parasiten werden schon zur Dinozeit gelebt haben und werden sicherlich noch nach uns Leben. Ich werde in einem weiteren Beitrag euch über natürliche Alternativen informieren, aber ich nehmen sie immer nur in Verbindung mit der Chemie, weil wir für die Zucht und die Welpenaufzucht eine Verlässigkeit benötigen.
Achtung! Viele erzählen, dass Kauartikel mit Fell eine natürliche Wurmkur sind und das ist schlicht eine falsche Behauptung.


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